Wissenswertes über Hypnose und Hypnosepsychotherapie

 

Wie funktioniert Hypnosepsychotherapie und wie kann sie mir helfen?

 

Hypnosepsychotherapie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode. Sie wirkt sowohl auf der geistigen, emotionalen, als auch auf der körperlichen Ebene. Die gewünschte Veränderung erfolgt durch korrigierende emotionale Erfahrungen, durch Erkenntnis und durch die (Wieder-)Entdeckung Ihrer Ressourcen.

 

Jede Hypnose geht individuell auf Ihre Bedürfnisse und Anliegen ein. Ich verwende keine vorgefertigten Hypnosetexte.

 

Hypnotische Trance in verschiedenen Tiefengraden eröffnet vielfältige therapeutische Möglichkeiten. Die Patientin (der Patient) kann beispielsweise mit unbewussten Persönlichkeitsteilen in Dialog treten, innere Ruhe und Kraft sammeln und diese für bestimmte Situationen verfügbar machen, in Hypnose zu einem Problem oder einer Frage träumen und diesen Traum anschließend analysieren oder in Trance Vorstellungen über die Zukunft entwerfen und daraus Perspektiven für die Gegenwart ableiten.

 

Hypnosepsychotherapie ist eine integrative, offene, kreative Methode, die nicht nur mit Trancen arbeitet, sondern Ihren Bedürfnissen entsprechend Gesprächspsychotherapie, Atemübungen, symbolische Geschichten und systemische Aufstellungen einbezieht.

 

 

Wie lange dauert eine psychotherapeutische Behandlung?

 

Grundsätzlich ist Hypnosetherapie eine ziel- und lösungsorientierte Methode.

 

Die Dauer einer psychotherapeutischen Behandlung ist von vielen Faktoren abhängig: Aufgabenstellung und Ziele, Entstehungsgeschichte, Motivation, bisherigen Erfahrungen, Vertrauensbasis etc.

 

Kurztherapien (bis zu 5 Einheiten) bieten sich bei abgegrenzten Themenkreisen an. Bei lösungsorientierten Kurztherapien kann es sinnvoll sein, an einem Termin intensiv 2 bis 3 Stunden durch zu arbeiten, um ein Thema ohne Unterbrechung in der Tiefe zu bearbeiten.

 

Bei mittel- bis längerfristigen Therapien ist ein wöchentlicher oder 14tägiger Arbeitsrhythmus sinnvoll.

 

Wie wird Hypnose erlebt?

 

Hypnose erlebt jeder Mensch mehrmals täglich in kurzen und längeren Phasen. Wenn Ihr Blick in der Ferne ruht, Sie sich auf Ihre inneren Bilder konzentrieren, die äußere Welt kaum wahrnehmen und kein Zeitgefühl haben, befinden Sie sich in einer "Alltagstrance". Vielleicht haben Sie dabei auch Zugang zu ihrer Intuition gefunden, wichtige Entscheidungen getroffen oder neue Ideen entwickelt?

 

Trance wird als gelöster, entspannter und angstfreier mentaler Zustand erlebt, der Phantasie und Kreativität anregt und ein verbessertes Vorstellungsvermögen hervorruft. Der Körper ist entspannt, der Geist auf innere Bilder fokussiert.

 

Warum ist Hypnose wirksam? Dazu zwei Erklärungsmodelle:

 

Das psychologische Erklärungsmodell besagt, dass im Unbewussten Glaubenssätze, Werte, Erinnerungen und Verhaltensmuster gespeichert sind. Die Speicherung im bewussten Gedächtnis als auch im Unbewußten erfolgt nur dann, wenn mit einer Erinnnerung auch Emotionen verbunden sind. Um unerwünschte Gewohnheiten und belastende Symptome nachhaltig zu verändern, müssen diese Veränderungen somit im Unbewussten in Verbindung mit emotionalem Erleben vorgenommen werden. Eine reine Erklärung auf rationaler Ebene (Gesprächstherapie) bewirkt noch keine Veränderung. Mit Hypnose gelingt dieser direkte Zugang.

 

In Trance erfolgt die Informationsverarbeitung nicht rational und analysierend, wie im Wachzustand, sondern ganzheitlich, bildhaft und intuitiv. Aufgrund einer kreativen, offenen Lernhaltung kann Veränderung über Bilder, Metapher und Suggestionen leichter geschehen. Auch sind Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis leichter verfügbar.

 

Das neurobiologische Erklärungsmodell:

In Trance ist der präfrontale Cortex, zuständig für rationale Bewertung und Selbstreflexion, kaum aktiv. Das Gehirn befindet sich in einem mentalen Zustand, in dem langsamere Alpha - Gehirnwellen vorrangig aktiv sind und eine erhöhte Erinnerungs- und Lernfähigkeit gegeben ist. Dadurch kann Vergessenes oder Verdrängtes wieder erinnert und schonend bearbeitet werden. Somit können bereits wenige Sitzungen eine deutliche Veränderung bewirken.

 

Wie funktioniert Hypnose?

 

Der menschliche Geist hat die Fähigkeit, tagzuträumen; sich also etwas vor einem inneren Auge vorzustellen und so emotional zu erleben, als wäre die Situation gerade real. Das Gehirn kann in in Hypnose nicht zwischen Realität und Vorstellung unterscheiden. Dadurch können neue Lernerfahrungen im Unbewussten gespeichert werden. Die Vorstellungskraft und das emotionale Erleben sind somit die entscheidenden Faktoren, warum Hypnose effizient und nachhaltig wirksam ist.

 

In der Hypnosepsychotherapie können bislang unbewusste Konflikte, Kindheitsereignisse und Traumata aufgespürt und bewältigt werden. Es kann aber auch direkt an aktuellen Problemen angesetzt und Lösungen erarbeitet werden; z.B. mit kreativen Methoden, durch Perspektivenwechsel, oder in dem zukünftige Situationen mehrmals durchgespielt und trainiert werden. Der Hypnotisand hat in der Regel einen starken emotionalen Bezug zu den Bildern, die in Hypnose auftauchen, da sie direkt aus seinem Inneren stammen und nicht vom Therapeuten vorgegeben oder gedeutet werden.

 

Das Unbewusste ist aber auch eine reiche Quelle von Ressourcen und Fähigkeiten, die in der Therapie erschlossen werden können.
 

Wir wirkt Hypnose im Körper?

 

Hypnotische Trance ist mit einer Beruhigung und Harmonisierung der inneren Rhythmen verbunden. Es stellt sich eine ruhige, regelmäßigere und langsamere Atmung ein und eine ausgeglichene Herz-Kreislauf-Aktivität (Herzfrequenz, Blutdruck). Der Muskeltonus des gesamten Körpers vermindert sich, die Blutgefäße erweitern sich und der Stresshormonspiegel sinkt.

 

Bleibt mein Wille aufrecht?

 

Ja, der eigene Wille bleibt aufrecht und Sie können jederzeit aus der Hypnose selbstbestimmt aussteigen. Es beweist sogar eine gewisse Willensstärke, sich kontrolliert gehen zu lassen und sich dabei zu entspannen. 

 

Wie läuft eine Hypnose ab?

 

Hypnose ist einfach und vor allem: lustvoll und entspannend.

Es gibt keinen Leistungsdruck und keine Vorgabe hinsichtlich Trancetiefe oder Inhalt.

 

Die Choreographie einer gemeinsamen Hypnose

 

1. Das Thema und das Ziel der Hypnose wird in einem Gespräch vorab gemeinsam festgelegt.

2. Anschließend dürfen Sie sich bei einer von mir geführten sanften Einleitung entspannen und tagträumen. 

Sie können frei wählen, ob Sie in einem bequemen Polstersessel sitzen oder sich auf das Sofa legen.

3. Der Inhalt: wir arbeiten gemeinsam an Ihren individuell auftauchenden Bildern, Erinnerungen, symbolischen Träumen etc.. Auch hier gilt: es gibt keinen Leistungsdruck; alle Bilder, die Ihnen Ihr Unbewusstes schenkt, ergeben einen Sinn, auch wenn sich dieser nicht sofort dem rationalen Bewusstsein erschließt oder "kindisch" erscheinen mag. Es kann durchaus sein, dass Sie zwischendurch "nachdenken", ob Sie jetzt in Hypnose sind oder nicht und was der Sinn daran ist. Auch das ist natürlich und darf sein.

4. Die Rückkehr ins Wachbewusstsein: so wie ich Sie in Hypnose geführt habe, führe ich Sie auch wieder sanft und in Ihrem Rhythmus in das Hier und Jetzt zurück. Es ist wie das Erwachen am Morgen nach einem erholsamen Schlaf. Der Unterschied zu Schlaf ist jedoch: sie haben jederzeit die Möglichkeit, während einer Hypnose von selbst zurückzukehren.

 

Wie lange dauert eine Hypnose?

 

Die Dauer einer Hypnose variiert und ist abhängig von der Zielsetzung: Der zeitliche Rahmen bewegt sich von 10 min. bis ca. 60 min. (in Einzelfällen auch länger).

 

Wie ist das Gefühl nach einer Hypnosesitzung?

 

Die geistige und körperliche Entspannung wirkt sich positiv auf Ihr Gemütsleben aus. Die Patienten fühlen nach der Trance eine "Gelöstheit" und "Leichtigkeit" und eine innere Verbundenheit. 

 

Gibt es eine Altersbeschränkung?

 

Hypnosepsychotherapie ist ab einem Alter von ca. 4 Jahren für jedes Alter anwendbar, ebenso für Paare und Gruppen.


Eignet sich Hypnose für jeden?

 

Grundsätzlich eignet sich Hypnose für jeden Menschen mit klarer Orientierung in der Realität. Kontraindiziert ist Hypnose bei Menschen, die sich in einer Psychose befinden. Sehr wohl kann aber nach Abklingen der Psychose mit Hypnose gearbeitet werden. Da Hypnose die Mitwirkung und Motivation des Hypnotisanden erfordert, ist es nicht sinnvoll, jemanden zu Hypnose zu überreden oder in eine Behandlung zu schicken. Ebenso wird eine Hypnose nicht gelingen, wenn der Hypnotisand den Prozeß der Hypnose aktiv zu reflektieren versucht.

 

Müssen die Augen geschlossen sein?

 

Grundsätzlich ist es der Konzentration und Entspannung förderlich. Es ist jedoch keine Voraussetzung. Eine Behandlung kann auch mit offenen Augen erfolgen.

 

Kann ich mit Hypnose die Wahrheit über ein vergangenes Erlebnis herausfinden?

 

Gibt es DIE eine Wahrheit oder ist die Wahrnehmung nicht stets subjektiv? In Hypnose erhalten Sie Zugang zu Ihrem persönlichen, emotionalen Erleben zum Zeitpunkt des Ereignisses. Als "Lügendetektor" kann Hypnose nicht herangezogen werden. Dies ist in der Psychotherapie auch nicht notwendig. Der wesentliche Faktor ist, wie ein Ereignis wahrgenommen und emotional verarbeitet wurde; dies ist stets individuell.

 

Ich habe kaum Erinnerungen an eine bestimmte Zeit. Kann ich mit Hypnose bestimmte Erinnerungen wach rufen?

 

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Voraussetzung ist eine vertrauensvolle Beziehung zu Ihrem Hypnosepsychotherapeuten. Zu beachten ist jedoch der Grund, warum Sie sich an bestimmte Phasen Ihres Lebens oder Personen nicht erinnern. Dies kann ein Schutzmechanismus sein, den Ihre Psyche als die (damals für Sie) beste Lösung auserkoren hat und gleichzeitig ein Schlüssel zur Lösung bestimmter Probleme in ihrer aktuellen Lebensphase.

 

Welche Formen von Hypnose gibt es?

 

Hypnose ist der Rahmen, in dem Veränderung geschehen kann. Unterschieden wird:

 

1. die klassische Suggestionshypnose: Hier wird verstärkt direktiv gearbeitet. Der Hypnotisand verinnerlicht die gehörten Worte und Aussagen und integriert sie in das eigene Wertesystem, soweit sie für ihn passend sind.

 

2. Die non-direktive Hypnose: Bei dieser Form von Hypnose wird mit den individuellen inneren Bildern des Hypnotisanden gearbeitet.

 

3. Die Symboltrance: Frei nach dem Satz "der Traum ist der Königsweg zum Unbewussten" von Sigmund Freud wird in der Trance mit Symbolen gearbeitet. Die Symbole kann der Hypnotisand selbst finden, oder sie werden vorgeschlagen.

 

3. Die realitätsbezogene Hypnose: Im Sinne eines Mentaltrainings werden reale Situationen (auch mehrmals) durchgespielt und trainiert.

 

Begriffserklärung von Hypnosepsychotherapie, Hypnotherapie, Hypnotiseur und Showhypnose

 

1. Hypnosepsychotherapie

 

Bei der Hypnosepsychotherapie handelt es sich um eine in Österreich wissenschaftlich anerkannte psychotherapeutische Methode, die Psychotherapeutinnen (Psychotherapeuten) vorbehalten ist.

 

Dazu schreibt das Bundesministerium für Gesundheit: "Hypnosepsychotherapie ist ein tiefenpsychologisches Psychotherapieverfahren, in dem die Trancefähigkeit des Menschen zu Heilungszwecken genutzt wird und im Psychotherapiegesetz geregelt ist. Gemäß § 13 Abs. 1 und 2 Psychotherapiegesetz, BGBl. Nr. 361/1990, handelt es sich bei den Berufsbezeichnungen „Psychotherapeutin“ und „Psychotherapeut“ um geschützte Berufsbezeichnungen. Als „Psychotherapeutin“ oder „Psychotherapeut“ darf sich nur bezeichnen, wer in die vom Bundesminister für Gesundheit geführte Psychotherapeutenliste eingetragen worden ist".
 
"Der Schutzbedarf erfordert es somit, dass die Behandlung von Personen mit krankheitswertigen Störungen im Bereich der psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen, wie insbesondere bei Alkohol- oder Drogensucht, Depressionen, Angststörungen etc. ausschließlich durch dafür berufsberechtigte Psychotherapeuten (Psychotherapeutinnen) auf Grundlage der psychotherapeutischen Wissenschaft, durch klinische Psychologen (klinische Psychologinnen) auf Grundlage der psychologischen Wissenschaft oder durch Fachärzte (Fachärztinnen) für Psychiatrie oder für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin auf Grundlage der medizinischen Wissenschaft erfolgt."

 

Die Tätigkeit der Psychotherapie ist ein Gesundheitsberuf.  Die Ausbildung und die Berufsausübung sind gesetzlich geregelt. Die Berufsberechtigung wird erteilt, nachdem eine zumindest 6jährige Ausbildung bei einer vom Bundesministerim für Gesundheit akkreditierten Ausbildungseinrichtung absolviert wurde.

 

2. Hypnotherapie

 

Während „Hypnosepsychotherapie“ eine wissenschaftlich anerkannte Psychotherapiemethode darstellt, die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vorbehalten ist, stellen demgegenüber „Hypnotherapie“ und “Hypnose“ Weiterbildungen für bestimmte Gesundheitsberufe dar.

3. Hypnotiseur:

 

Für die Berufsbezeichnung "Hypnotiseur" ist keine gesetzlich geregelte Ausbildung erforderlich. Dennoch soll das Können oder Wissen eines erfahrenen Hypnotiseurs hier nicht geschmälert werden. 

 

Zu beachten ist jedoch, dass die Behandlung von klinischen Diagnosen ausschließlich Psychotherapeuten, klinischen Psychologen und Fachärzten vorbehalten ist.

 

4. Showhypnose

 

Die Bühnen- oder Showhypnose dient nicht der Heilung oder Linderung von Leidenszuständen, sondern ausschließlich zur Darstellung. Ein wesentlicher Unterschied besteht auch darin, dass der Bühnenhypnotiseur die Führung über das Verhalten und Erleben des Hypnotisierten für sich beansprucht. Ein verantwortungsvoller Hypnosepsychotherapeut wird die Autonomie des Hypnotisierten stets respektieren und die Führung dem Unbewussten des Hypnotisanden überlassen. Dies unter professioneller, einfühlender Begleitung und mit entsprechendem Schutz durch den geschulten Psychotherapeuten.